Schweden ist eine Oase der Folkmusic und des Pop, des Jazz und auch der Klassik. Weit weniger vermutet man vielleicht französische Chansons. Und doch, es gibt sie: Marika Cailly hat mit ihrem neuen Album ‚Chante’ den wunderbaren Beweis geliefert, dass die Schweden einfach ‚alles können’.
Marika Cailly lebte lange in Paris, bevor sie wieder in ihre Heimat kam und sich in ein einsames Haus am Rande eines schwedischen Waldes zurück zog. Hier lebt sie nun – ganz ohne Strom – im Einklang mit sich und der Natur. Ganz so freiwillig tut sie das allerdings nicht; denn Marika Cailly hat eine seltene Krankheit, die ihr eine Nähe zu fließendem Strom unerträglich macht. Ihr aktuelles Album wird aber nicht allein deshalb zu einem wunderbar erdigen, launigen Erlebnis. In kammermusikalischer Besetzung mit Cello, Gitarre, Bass und Banjo geniesst Marika Cailly geradezu (und oft augenzwinkernd) die kleinen Geschichten und Missgeschicke des Alltags. Immer wieder mal schnurrt leise das Saxophon dazwischen. Das ist Balsam für die Seele. Die zwölf Chansons sind am Ende viel zu schnell vorbei: Songs von Francis Cabrel, einer auch von Brigitte Bardot sowie von Marika Cailly selbst. Sie treffen mitten ins Herz und treiben wohlige Schauer auf die Haut. Es ist grad’ so, als würde Marika Cailly ihre vor der atemlosen, beschleunigten Welt schützende, dicke Türe ein wenig nur öffnen und uns in ihre kleine, weitaus bescheidenere Stube schauen lassen.
Chante – von Marika Cailly ist mehr als ein Album für nur einen Tag.
Carola Malter, Deutschlandradio Kultur

MEYER RECORDS no 161 (CD)
MEYER RECORDS no 162 (Audiophile LP – 180g Vinyl – Klappcover)

Bei Marika Cailly liegt die Musik in der Familie. Als Tochter eines Musikers wuchs die Schwedin mit Jazzmusik auf; nach ihrem Studium gründete sie mehrere Jazzformationen, darunter das Marika Cailly Trio und ein Duo mit dem Gitarristen Peter Stirner. Zurzeit ist sie mit Jan Erik Lundqvist sowie dem Trio „Modern French Song“ mit Mats Lindberg, Violoncello, und Mats Högberg, Gitarre, unterwegs.
Cover © MEYER ORIGINALS
Rezensionen
... klanglich kommt man der Sängerin auch live kaum näher als hier. Denn die diesbezügliche Qualität dieser Meyer Records-Produktion ist schlicht phänomenal. Das Mastering stammt von Günter Pauler (Stockfisch/Pauler Acoustics), die ausgezeichnete Pressung von Pallas. Das hebt die ohnedies schon sehr guten Aufnahmen des Labels glatt noch mal eine ganze Liga höher. Ein Spitzenprodukt in musikalischer wie audiophiler Hinsicht, unbedingt zu den Schallplatten-Höhepunkten des Jahres zählend! (2008) Connaisseur Mailorder
Hinter dieser Aufnahme steht die Geschichte einer höchst ungewöhnlichen Krankheit, die Marika Cailly normalerweise davon abhält, sich in der Nähe von fließenden Stromes aufzuhalten. Um so bemerkenswerter ist diese grandiose Schallplatte der Schwedin, auf „Chante“ ist nicht die Spur dieser Problematik zu hören. Ganz im Gegenteil: in französischer Sprache singt sie die zwölf Lieder mit einer unglaublichen Hingabe. Man spürt bei jeder Note die Intensität und Liebe zu Nuancen, Mme Cailly wirkt dabei sehr entspannt. Besonders schön zu hören ist das bei dem fröhlichen „Les Petits Cafes“, ein Song, der uns regelrecht auf den Platz eines Cafes in Frankreich entführt. Ihre weiche Stimme passt wunderbar zu den Chansons dieser LP, die neben Stücken von Francis Cabrel und Brigitte Bardot auch eine Komposition von Marika Cailly enthält. Bekannt ist natürlich auch der Song „Dominique“ der Belgierin Jeanne-Paul Marie Deckers, der 1963 weltweit in den Charts stand! Marika Cailly spielt Piano, begleitet wurde sie abwechselnd von mehreren Musikern, darunter Mats Lindberg am Cello, Peter Stirner an der Akustikgitarre und Felix Sittler am Saxofon. Toll sind übrigens auch die beiden enthaltenen Liveaufnahmen (26.-27. Mai 2006 in Köln), die ihre außergewöhnliche Ausdrucksfähigkeit nur noch einmal unterstreichen. Klappcover mit Texten. Forum d’ Vinyl